[Zurück in die Zukunft]

 In Tech Blog

Smartwatches

Die wohl bekanntesten Vertreter der „wearable computers“ sind auf dem deutschen Markt noch erstaunlich selten zu finden, vergleicht man ihn mit dem Rest der Welt. In den USA, der Schweiz und Großbritannien sind bereits viele Hersteller mit verschiedensten Nutzungskonzepten vertreten. So beginnt die Zielgruppe bereits bei Kindern, die man mit einer Art „GPS-Uhr“ ausstatten und so überwachen kann. In Deutschland konzentriert sich der Markt hauptsächlich auf den Lifestyle-Bereich mit vollwertigen Smartwatches oder abgespeckten Sportmodellen. Die Funktionsweise ist am einfachsten als „Smartphone-Verlängerung“ zu beschreiben. Im einfachsten Fall heißt das: Sie piepst, wenn auf dem Smartphone irgendetwas passiert. Fortgeschrittene Modelle bieten durchaus ein Eigenleben, können in Verbindung mit der SIM-Karte des Smartphones als Telefon verwendet werden und bieten eine Reihe Extra-Features mit der passenden Smartphone-App (Pulsmessung, Tracking usw.). Sie alle benötigen ein Smartphone der neueren Generation als „Basisstation“ und müssen sich folglich immer in Bluetooth-Reichweite befinden. Hinzu kommt ein weiteres Ladekabel zum sowieso schon vorhandenen Bündel, denn sie verbrauchen je nach Multifunktionalität eben auch Energie wie ein kleines Smartphone. Eine abgespeckte Version seiner Smartwatch bietet mittlerweile fast jeder Hersteller in einer Sportvariante, die dann nur als eine Art Band oder mit extrem schmalem Display daherkommt und sich auf die für den Sport wesentlichen Funktionen beschränkt. Übrigens – apropos Hersteller: Wir haben nachgefragt. Apple bestätigt keine der im Netz kursierenden Spekulationen über eine möglicherweise demnächst erscheinende Smartwatch. Hoffentlich bleibt das nicht das einzige, was die im Netz am heißesten diskutierte Smartwatch von den anderen abhebt. Falls sie wider Erwarten doch erscheint.

 

Samsung Gear 2 – die Alleskönnerin

Wie schon im vorangegangenen Tablet-Test wurde das Premium-Produkt von Samsung wieder zur Chefsache. In der gelungenen Kombination aus Design und Funktionalität steckt wirklich eine Menge Unerwartetes. Als einzige der getesteten Uhren kann die Gear 2 als Telefon verwendet werden, Lautsprecher und Mikrofon liefern dabei überraschend gute Sprachqualität. Vorgefasste Message-Kurztexte à la „Wie geht’s?“ oder „Ich rufe gleich zurück“ ermöglichen auch das aktive Verschicken von Nachrichten ohne Tastaturbenutzung. Darüberhinaus können Sie mit diesem Allrounder dank eingebauter Kamera Fotos und Videos sozusagen vom Handgelenk aus aufnehmen, die dann auf dem gekoppelten Smartphone gespeichert werden. Wer es drauf ankommen lässt, kann sein Telefon also komplett in der Handtasche, dem Aktenkoffer etc. lassen und einfach nur noch die Uhr benutzen. Lediglich die Bluetooth-Reichweite sollte eingehalten werden. Logisch – surfen im Internet und beispielsweise Video-Gucken ist hier wenig sinnvoll und daher auch nicht enthalten. Dennoch können Facebook-News oder -Messages mit Fotos in erstaunlich guter Qualität angezeigt werden. Mit mittelstarker Nutzung all dieser Features inklusive 3-4 Testtelefonaten hielt der Akku der Gear 2 gute drei Tage durch.

Übrigens, die Gear 2 macht nicht nur Treppensteigen zum Fitness-Event: Ein integrierter Sensor misst den Puls des Trägers und ermöglicht so eine optimale Trainingskontrolle via Smartphone-App ohne nervenden Brustgurt, wie er bei anderen Pulsuhren notwendig ist, wobei man hier wahrscheinlich eher auf das etwas schmalere Sportmodell „Gear fit“ zurückgreifen könnte.

 

Betriebssystem: Android mit Bluetooth v4.0 und höher

Preis: 299,- Euro

 

Sony Smartwatch 2 – die Auffällige

Zugegeben: Dieser Trümmer ist nichts für zarte Damenhandgelenke. Aber dafür ist der Bildschirm der Smartwatch 2 ausgereift und bietet einfach eine sensationelle Optik, die auch bei Sonnenlicht gut funktioniert. Das Sony-Modell fällt auf, nicht nur durch Größe, sondern auch durch eine Vielzahl an Farben und Materialien, die mit dem Armband für diese Smartwatch optional zur Verfügung stehen. Vom bunten Textil über hochwertige Metalle bis hin zum edlen Leder kann sich hier jeder stilistisch austoben. Einmal mit dem Smartphone gekoppelt (wir hatten das Sony XPERIA Z1 zum Testen gleich mit dabei) liefert die Uhr zuverlässig alles an Neuigkeiten und Informationen ab, die auf dem Smartphone so ankommen und selbstverständlich ist auch die Remote-Musiksteuerung des smartphone-eigenen Players möglich. Ausgehende und eingehende Anrufe können ebenfalls initiiert bzw. angenommen werden, müssen dann aber am gekoppelten Smartphone bzw. via Headset geführt werden.

Apropos koppeln: Die Sony-Geräte untereinander verstehen sich prächtig und so reicht da sogar eine Berührung der Geräte aus, um sie miteinander zu koppeln.

Ebenfalls sehr nett ist die Möglichkeit, Präsentationen mit der passenden App über die Smartwatch zu steuern – da kommt das Trend-Teil auch in Meetings optimal zur Geltung. Weitere zahlreiche Apps zur Bildverarbeitung, Produktivität und eine Vielzahl von Entertainment-Apps stehen zur Verfügung. Alle in der SQUT®-Redaktion waren sich jedoch einig, dass man sich nach einiger Spielerei schnell auf das Wesentliche besinnt und die Bildverarbeitung lieber wieder am 21-Zoller macht.

Doch auch außerhalb des Büros hält diese Smartwatch eine Menge aus. Auf die schon vom Sony-Tablet bekannte Staub- und Wasserresistenz kann man sich auch hier wieder verlassen und das Display bietet nicht nur, wie oben bereits erwähnt, gute Sicht auch bei Sonne, sondern ist zudem auch noch kratzfest, was bei einer Uhr dieser Größe absolut sinnvoll ist.

 

Preis: ab 179,- Euro, je nach Armband

Betriebssystem: Android, funktioniert mit den gängigen XPERIA Produkten

 

Casio G-Shock Bluetooth – die Unkaputtbare

Die Stärken der G-Shock liegen zugegebenermaßen nicht im multifunktionalen Bereich. Sie wird auch vom Hersteller eigentlich nicht als Smartwatch ausgewiesen, bringt aber für eine Sportuhr durchaus spannende Fuktionalitäten dieser Sparte mit. Sie koppelt sich via Bluetooth sehr schnell und unkompliziert an ein beliebiges Smartphone der neueren Generation – übrigens als einziges Modell betriebssystemunabhängig. Im gekoppelten Zustand  werden etwa Neuigkeiten wie Facebook-Nachrichten, E-Mails, Anrufe etc. mit Ton und Vibrationsalarm sowie dem entsprechenden Symbol auf dem Bildschirm angezeigt. Außerdem kann der smartphone-eigene MP3-Player gesteuert werden. Selstverständlich sind die gängigen Funktionen einer Sportuhr hier ebenfalls vorhanden: Datum, Uhrzeit, , Stoppuhr, Weckfunktion. Last but not least enthält die Casio G-Shock, wie die meisten Konkurrenten auch, eine Suchfunktion für das Smartphone und sie meldet, wenn die Verbindung unterbrochen ist. Praktisch für all jene, die ihr Handy schon mal im Biergarten haben liegen lassen… Bei dieser Uhr geht es aber eindeutig mehr um das „Wo“ des Nutzens. Schnell war die Wahl des Testers auf unseren Outdoor-Fan Olaf gefallen mit dem Auftrag, sie so richtig auf die Probe zu stellen und die Aussage von Casio, „Die geht nicht kaputt“, zu überprüfen. Schwimmen, klettern, aus dem Fenster werfen – Olaf hat alles versucht und: Sie geht wirklich nicht kaputt, hat nach einer Woche Hardcore-Test nicht mal Kratzer. Das liegt zum einen an der speziellen Gehäuseform und zum anderen am verarbeiteten Mineralglas für das Display, wie uns der Hersteller erklärte.

 

Betriebssystem: iOS (ab iPhone 4s) und Android (z. B. ab Samsung Galaxy S4)

Preis: 179,- Euro

 

Samsung Gear Fit – klein aber „oho!“

Die kleine Schwester der Gear 2 braucht sich auf gar keinen Fall hinter selbiger zu verstecken! Redakteurin Sonja zog sie nach kurzer Zeit sogar dem größeren Modell vor. Woran das lag? Die großen Smartwatches sind zumindest optisch einfach nichts für Frauen, muten sie mit ihren großen Bildschirmen doch recht  maskulin an. Hier ist Samsung jedoch ein toller Kompromiss gelungen. Wer bereit ist, auf Telefonfreisprechanlage und Foto- bzw. Videofunktionen zu verzichten, der bekommt mit der Gear Fit von Samsung ein echtes Traumteil an die Hand – im wahrsten Sinne des Wortes. Der schlanke Bildschirm steht in puncto Brillanz dem großen Modell in nichts nach und kann im Hoch- oder Querformat eingestellt werden. So sind Messages gut lesbar und auch alle anderen Funktionen – nahezu 1:1 wie bei der Gear 2 – nutzbar. Aufwändige Hintergrundgrafiken sorgen für den individuellen Look: Von schlichtem Schwarz bis zu grellen Mustern ist so einiges dabei. Die Gear Fit ist insgesamt noch etwas fokussierter auf den Fitness- und Gesundheitsbereich. Beispielsweise überwacht sie das Schlafverhalten während der Nacht (wenn man diese Funktion aktiviert) und gibt so ganz interessante Anhaltspunkte, warum man eventuell nach eigentlich ausreichend Schlaf doch nicht ausgeruht ist. Auch im aktiven Bereich gibt sie hier alles. Wasser- und staubgeschützt geht sie gerne mit ins Gelände und dokumentiert jedes schweißtreibende Workout.

 

Betriebssystem: alle Android auf Samsung-Geräten mit Bluetooth v4.0

Preis: 199,-Euro

 

Sony Smartband – die Unscheinbare

Wer in der Freizeit einfach mal die ganze protzige Technik hinter sich lassen, aber dennoch die eine oder andere Funktionalität genießen will, der findet im Smartband von Sony eine tolle Option. Was von außen wie ein unscheinbares Silikon-Armband aussieht, versteckt still und heimlich clevere Technik in seinem Inneren. Nicht viel mehr als ein ca. 1x3cm kleiner, federleichter Plastik-Chip, der „Core“, sorgt für volle Transparenz des Nutzers. Mit dem Android-Tracker und der Lifelog-App auf dem dazugehörenden Smartphone kann man sich Aktivitätsziele setzen und seinen Fortschritt dabei beobachten. Auch das Aufwachen wird zum komfortablen Moment: Das Gerät berechnet und misst den besten Weckzeitpunkt und vibriert den Träger nach seinem letzten Traum sanft aus dem Schlaf. Im restlichen Alltag reicht ein Knopfdruck und die App im gekoppelten Smartphone dokumentiert den Moment: Uhrzeit, Ort, Wetter, Aktivitäten, Herzschlag. Was auch immer man im Nachhinein nachvollziehen möchte – hier bleiben kaum noch Fragen offen…

 

Betriebssystem: Android-Geräte ab Version 4.4. – Geräte müssen Bluetooth® 4 Low Energy unterstützen

Preis 99,- Euro

 

1:Protagonist der amerikanischen 1980er Kultserie „Knight Rider“ mit David Hasselhoff in der Hauptrolle des Michael Knight. K.I.T.T. ist hier die Abkürzung für „Knight Industries Two Thousand“ und der Name von Knights Auto, einem schwarzen Pontiac Firebird Trans Am, welcher mit extrem futuristischen Fähigkeiten und einer künstlichen Intelligenz ausgestattet war

2: engl.: tragbare Computersysteme – gemeint sind Geräte, die am Körper getragen werden und so Tätigkeiten des Benutzers unterstützen (Google Glass, Smartwatch, aber auch: Hörgeräte, Pulsuhren… )

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