[Zwischen Notebook und Smartphone…]

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… ist noch Platz für ein Tablet. Aber für welches?

Wer die Wahl hat, hat ja bekanntlich die Qual. Da steht man nun vor dem Regal beim Elektrohändler seines Vertrauens und ist schier überwältigt von der Fülle an Tablet-Varianten. Groß, klein, dünn, dick, stylish, unscheinbar, multifunktional, spartanisch – es scheint für jede Anforderung und für beinahe jeden Geldbeutel ein passendes Gerät zu geben. Doch was sagen die technischen Daten des Herstellers über das „Look-and-feel“ zu Hause nach dem Auspacken aus? Naja – meistens nichts. Wie liegt das Gerät in der Hand und wie gut sind Schrift- und Spracherkennung wirklich? Kann man mit dem Gerät telefonieren und auch mal buchstäblich im Regen stehen? Die SQUT®-Redaktion hat sich in den letzten Wochen durch die aktuellen Tablets getestet, Herstellerangaben und Datenblätter weitestgehend ignoriert und schlussendlich fünf Vertreter herausgepickt, die sich für bestimmte Anwendungsbereiche qualifiziert haben. Hier sind unsere Ergebnisse.

 

Für den kleinen Hunger

Asus Fonepad Note 6

Riesiges Telefon oder winziges Tablet? Die SQUT®-Redaktion konnte sich nicht so ganz festlegen und daher bleibt dieses Modell ein Kompromiss. Für die Bearbeitung von E-Mails oder Dokumenten ist es ebenso gut oder wenig geeignet wie ein gängiges Smartphone. Aber der Außenseiter unserer Testreihe verblüfft, wenn man ihn in den Alltag mitnimmt. Schnell mal eine Mängelliste auf der Baustelle handschriftlich verfassen? Durch die mitgelieferte Notizfunktion und den Digitizer mit erstaunlich guter Schrifterkennung ist das mit dem Fonepad eine unkomplizierte Sache. Während der Geschäftsreise skypen mit der Familie? Dank 6“ Full HD (1920 x 1080) Super IPS+ Display und 3G-Telefonfunktion ist das definitiv ansprechender als mit einem kleinen Smartphone. Wem also ein Smartphone für die eine oder andere Anwendung zu wenig,  ein Tablet aber schon wieder zu viel ist, der liegt mit dem Fonepad vermutlich genau richtig. Mit seinem knapp 9 cm breiten Gehäuse liegt es perfekt in einer Hand, um mit dem mitgelieferten Digitizer auch mal im Stehen oder Gehen Notizen zu machen, um es zum Telefonieren ans Ohr zu halten und vor allem, ist es schnell und unspektakulär in kleinen Seitenfächern oder einer Handtasche verschwunden. Auch der Preis des Asus Fonepad Note 6 ist sicher ein Argument für all jene, die sich an teurere Kategorien doch noch nicht so richtig herantrauen.

Betriebssystem: Android 4.2

Preis: ab 299,- Euro

 

All-In-One: Der Allrounder

Toshiba eXcite pro AT10LE-a-10D

Im ersten Moment zeigt sich beim Auspacken ein erstaunlich „dickes“ Tablet mit eigenartiger Noppen-Rückseite. Anfängliches Stirnrunzeln wird dann aber schon beim Einschalten mit einem brillanten IPS-Display mit super auflösenden 2.560 x 1.600 Pixeln geglättet. Dann aber, nach eingehendem Equipment-Check, zeigt sich das eXcite PRO endgültig von seiner besten Seite, denn das mitgelieferte Bluetooth Keyboard Cover lässt einen fast vergessen, dass man es „nur“ mit einem Tablet zu tun hat. Die praktische Schutzhülle verbirgt, wie der Name schon vermuten lässt, eine Bluetooth Tastatur, die magnetisch mit dem aufgestellten Tablet verbunden fast normales „Notebook-Feeling“ vermittelt. Zwar gibt es kein Touchpad aber dafür das ThinkFree Office 6.0 vorinstalliert und so lässt sich sicher keine komplette Doktorarbeit, aber doch das eine oder andere Dokument relativ komfortabel erstellen oder bearbeiten. Mit einem Griff wird das „Beinahe-Notebook“ wieder zum „Nur-noch-Tablet“ und kann ganz ohne Anhängsel als das genutzt werden, wozu Tablets vermutlich erfunden wurden: zum entspannten Internet-Surfen oder Foto-Gucken auf dem Sofa, eBooks-Lesen, Online-Zocken…

Betriebssystem: Android 4.2, Jelly Bean

Preis inkl. Bluetooth Keyboard Cover: ca. 550,- Euro

 

Hart im Nehmen

Fujitsu Stylistic M702

Wer beispielsweise als Architekt ständig auf Baustellen unterwegs ist oder als Elternteil zu Hause auch mal tieffliegenden Saftbechern ausweichen muss, der weiß, wie schnell solche Bedingungen dem Tablet den Garaus machen können. Staub und Dreck in den Steckplätzen oder gar ein ganzer Wasserschaden – ein Daten-Albtraum! Hier hat uns das „Stylistic M702“ von Fujitsu überzeugt. Neben der klasse Performance dank 1,7 GHz getakteten Vierkernprozessor Nvidia Tegra 3 und einem 10,1“ Display ist es nämlich sozusagen „wetterfest“. Alle Eingänge sind mit Abdeckungen samt Dichtungen versehen, sodass Staub, Feuchtigkeit und Wasser  dem Gerät nichts anhaben können. Ein optional verfügbarer Schutzrahmen (welchen wir ausdrücklich empfehlen!) sorgt zusätzlich für mehr Stoßfestigkeit, sodass ein büroferner Einsatz (oder die Rasselbande zu Hause) kaum noch ein Risiko darstellt. Übrigens beeindruckt der Akku, der einen ausgiebigen Testtag in der SQUT®-Redaktion locker überstanden hat und laut Hersteller eine Video-Wiedergabe bis zu 15 Stunden ermöglicht. Hierbei unterstützt dann die optionale Docking-Station, in der man das Tablet aufstellen und gleichzeitig aufladen kann.

Betriebssystem: Android 4.0.4

Preis: ab 599,- Euro

 

Das Zarte

Sony Xperia Tablet Z

„Weniger als 500g“ sagt der Hersteller Sony, 486g sagt die nicht geeichte redaktionseigene Briefwaage. Trotzdem wirkt das zierliche 10,1“ Tablet erstaunlich stabil. Es lässt sich weder eindrücken noch um die eigene Achse winden oder biegen; das ist bei seinen Konkurrenten nicht immer selbstverständlich. Rückseite und Umrandung sind außerdem aus rutschfestem Kunststoff, weswegen es gut in der Hand oder auf dem Schreibtisch liegt, ohne Spuren zu hinterlassen. Umso mehr beeindruckt es, was in dieser zarten Gestalt versteckt ist. Zunächst mal wird man von einer besonders intuitiven Bedienbarkeit verwöhnt, was zur super schnellen Einarbeitung unseres Redakteurs Daniel beitrug. Dieser lief vier Tage lang sehr verliebt mit „seinem“ Test-Tablet durch die Redaktion und gab es nur widerwillig wieder ab 😉 Die Pole Position aber nimmt das Sony Tablet nicht nur beim Design ein. Wer sich in die Funktionalitäten einmal eingelesen hat, wird es beispielsweise im heimischen Wohnzimmer nicht mehr missen wollen. Mit diesem Gerät wird man nämlich via Infrarot-Schnittstelle zum DJ sämtlicher Medientechnik in der Umgebung. So kann man beispielsweise das auf dem Tablet abgespielte Video auf einem anderen Bildschirm „spiegeln“, Stereoanlage oder DVD-Player ansteuern oder durch die TV-Kanäle am heimischen TV-Gerät zappen. Und schlussendlich ist es auch noch staub- und wasserdicht – da kann man Daniels Zuneigung wirklich verstehen…

Betriebssystem: Android 4.2.2

Preis: ab 550 Euro

 

Der Multitasking-Vollprofi

Samsung GALAXY Note PRO 12.2

Schon beim Entfernen der Schutzfolien entfaltet sich ein wohliges „Aaah …!“ – vom Kopf bis zu den Fingerspitzen. Anders kann man es nicht beschreiben, was dieses Tablet schon allein mit seinem edlen Look auslöst. Die Rückseite ist aus schwarzem Kunstleder und schmiegt sich damit unfassbar weich an die Hand des Benutzers. Okay, das klang jetzt wenig technisch, musste aber an dieser Stelle mal gesagt werden. Die Testung des Samsung-Gerätes wurde somit schnell zur „Chefsache“. Das Galaxy Note PRO hält auch im Inneren, was das Äußere verspricht: absolute Premium Qualität. Fast möchte man sich mit einem passenden Bluetooth-Headset ausrüsten und sein altes Smartphone wegwerfen, da das Telefonieren mit dem Galaxy Note dank LTE Technologie ein Hochgenuss ist. Wenn – ja wenn dieses Samsung Tablet mit seinem imposanten 12,2“ Bildschirm nicht etwas sperrig wäre. Aber: Eben gerade diese Eigenschaft sorgt auch für eine Sonderstellung unter den Tablets. Die mit dem Din A4 Format vergleichbare Bildschirmgröße erlaubt komfortabelstes Arbeiten, was durch den „S-Pen“ noch ein Sahnehäubchen bekommt. Zieht man diesen im Gehäuse untergebrachten Stift heraus, aktiviert das Tablet automatisch den Stift-Modus und man kann schreiben, malen und markieren, was das Zeug hält. Die Schrifterkennung ist hierbei extrem ausgereift, was einen echten Nutzen und Zeitersparnis bringt. Zudem kann man mit diesem Multimedia-Talent auch mal bei einem Kunden vor Ort mit einer Präsentation beeindrucken oder Arbeitsergebnisse anschaulich darstellen. Das optional erhältliche Cover ist übrigens so faltbar, dass das Tablet in zwei Winkeln aufgestellt werden kann: flach zum Arbeiten und steil zum Video-Gucken.

Betriebssystem: Android 4.4.2

Preis: ab 899,- Euro

 

Vier Fragen zum Thema Tablets an den Kommunikations-Architekten und UCC Experten Detlev Artelt von aixvox.

 

SQUT®: Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Tablets neben Notebook und Smartphone scheidet die Geister. Wo stehen Sie? Haben Sie eines? Wenn ja welches? 

  1. Artelt: Ja, natürlich habe ich ein Tablet, genau genommen sogar zwei. Seit vielen Jahren arbeite ich mit dem iPad1 und zusätzlich mit dem iPad3. Bald wird ein Android-basiertes Gerät folgen, welches weiß ich noch nicht genau.

 

SQUT®: Worauf haben Sie beim Kauf Ihres Tablets Wert gelegt und warum? 

  1. Artelt: Nun ja, das iPad1 war damals sicher ein Mix aus „habenwollen“ und der Neugier, neben dem Smartphone auch auf einem weiteren mobilen Endgerät mit größerem Bildschirm zu arbeiten. Bei dem iPad3 habe ich mehr Wert auf die Kamera und die Sicherheit wie auch auf die Integration in meine Geschäftsprozesse gelegt. In meinen Webinaren kann das iPad als Teilnehmer fungieren, denn nahezu alle Webkonferenz Anbieter unterstützen das Apple Betriebssystem iOS.

Gleichzeitig war mir eine ordentliche Bluetooth Schnittstelle sehr wichtig und zwar eine Version, in der meine vorhandenen Headsets unterstützt werden. Bei Prozessor und Speicher wähle ich als Power-User immer die maximale Ausstattung. Bei Apple musste ich den Kompromiss eingehen, dass kein SD-Karten Slot zur Verfügung steht, was manchmal schon stört.

 

SQUT®: Schon heute nähern sich Tablets stark der Funktionalität eines Notebooks an und umgekehrt verhält es sich genauso. Wird es irgendwann nur noch eine Geräteart als Ergebnis aus den heutigen Smartphones, Tablets und Notebooks geben? 

  1. Artelt: Ein klares Nein! Hier vertrete ich, wie eingangs schon erwähnt, eine ganz andere Auffassung. Die Geräte werden immer billiger und somit werden wir uns einfach das am besten passende Gerät für den jeweiligen Arbeitszweck schnappen und damit effektiv und zeitoptimiert arbeiten. Für lange Texte oder Ausarbeitungen wird es sicher der PC am Arbeitsplatz sein, im Meeting vielleicht ein Tablet mit einem Stift, unterwegs ein Smartphone mit einem nicht zu großen Bildschirm und einem guten Headset. Zum Lesen präferiere ich zudem einen eBook Reader, da dieser mit seinem deutlich besseren Kontrast auch in der Sonne zu benutzen ist, was bei vielen Tablets nicht der Fall ist.

 

SQUT®: Auf welche Innovation auf dem Gebiet der mobilen Endgeräte warten Sie noch? Wohin geht die Reise? 

  1. Artelt: Jaaaa, hier wird noch viel passieren. Im Moment erscheinen stetig neue Start-Ups mit neuen Ideen und Konzepten zur mobilen Arbeit oder Entertainment. Egal ob es sich dabei um verschiedene Brillen (Google Glass), ansteckbare Spracherkenner (Ahmed Bouzid) oder um neue leistungsfähige Smartphones (OnePlus One) handelt.

Ich persönlich warte darauf, dass die Spracherkennung endlich im Gerät integriert funktioniert, denn SIRI via Cloud macht nur stationär Spaß, nicht aber unterwegs in der Bahn oder im Auto.

Als Fazit würde ich sagen, dass sich die Bedienung der Geräte immer mehr an uns Menschen anpassen wird und wir mit „Wearable Computern“ in den nächsten Jahren noch viel Freude haben werden.

 

1: Lesefunktion für Computereingaben, die mittels Spezialstift („Stylus“) direkt auf dem Display erfolgen

2: Abk. Unified Communications & Collaborations, Methode zur Zusammenarbeit und Kommunikation

3: engl.: tragbare Computersysteme – Gemeint sind Geräte, die am Körper getragen werden und so Tätigkeiten des Benutzers unterstützen.  (Google Glass, Smartwatch aber auch: Hörgeräte, Pulsuhren… )

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